Sa, 29. August 2026 - 16:23
Kilchberger 1957 bis 1978: Einzige Titelverteidigung und drei Namensvetter
Mit Hans Münger, Hans Bühler und Hans Kopp siegten in den Jahren 1957 bis 1978 drei Namensvetter. Bei den Austragungen 1967 und 1972 feierte Karl Meli zwei Siege – bis heute ist es die einzige erfolgreiche Titelverteidigung am Kilchberger Schwinget.

Ein Beitrag von
Elia Hendry

Schlussgang am Kilchberger Schwinget 1967: Karl Meli (hinten) bezwingt den Schwyzer Ady Zurfluh.
Fotograf: Fotoarchiv Christian Mutzner / SCHLUSSGANG
Bei prächtigem Herbstwetter versammelten sich am 1. September 1957 über 10 000 Zuschauer auf dem Gutsbetrieb «Uf Stocken» zum 6. Kilchberger Schwinget. Die beiden anwesenden Schwingerkönige Eugen Holzherr und Walter Flach, der zudem als Titelverteidiger antrat, stellten im Anschwingen zwei Mal und fielen damit früh ins Hintertreffen. Trotz je vier darauffolgenden Siegen kamen die beiden nicht mehr für den erst nach 18 Uhr stattfindenden Schlussgang in Frage. Diesen bestritten der Bieler Hans Münger und der Uznacher Karl Oberholzer, die sich bereits im vierten Gang, mit besserem Ende für Münger, duellierten. In der Endausmarchung behielt der Seeländer erneut die Oberhand und bezwang seinen Widersacher mit Absprengen und Überdrücken am Boden.
Erstmals ein Innerschweizer
Mit Hans Bühler siegte am Kilchberger 1962 erstmals ein Innerschweizer Schwinger. Mit zwei Gestellten gegen Peter Nyffenegger sowie Kurt Schild sah es zu Beginn für den Käsermeister aus Beromünster noch nicht rosig aus. In der Folge legte der Luzerner aber gewaltig zu. Mit einem Langzug fand er gegen den Melser Manfred John zum Siegen. Anschliessend bezwang er auch Hans Fankhauser und in einem turbulenten Gang Ruedi Kobelt. Im Schlussgang musste dann ein weiterer Nordostschweizer, der Glarner Peter Jutzeler, gleich im ersten Zug die Stärke des Luzerners anerkennen.
Einziger Titelverteidiger
Bei den Austragungen 1967 und 1973 gelang Karl Meli als bislang einzigem Schwinger ein Doppelsieg am Kilchberger Schwinget. Der Schwingerkönig lancierte seinen ersten Triumph mit der erfolgreichen Revanche gegen Rudolf Hunsperger, dem er im Jahr zuvor im ESAF-Schlussgang unterlag. Dank den anschliessenden Siegen gegen Fritz Uhlmann, Alois Boog und Peter Gasser konnte sich Meli im fünften Gang im erneuten Aufeinandertreffen mit Hunsperger einen Gestellten leisten. Im Schlussgang bezwang Meli schliesslich den Schwyzer Ady Zurfluh.
Auch bei der Titelverteidigung 1973 startete Meli mit vier Siegen ins Fest: Der Reihe nach bodigte er Ernest Schläfli, Paul Bachmann, Rudolf Lüscher und Hans Kopp. So konnte sich Meli im fünften Gang erneut einen Gestellten leisten, nun gegen den Nordwestschweizer Marcel Buser. Im Schlussgang traf der 125 kg schwere Schwingerkönig schliesslich auf den Berner Christian Eggler, den er mit seinem gefürchteten Schlungg bezwang.
Berner für die Innerschweiz
Bei seiner fünften Kilchberger Teilnahme im Jahre 1978 startete Karl Meli mit einem Gestellten gegen den Engelberger Hans Kopp. Der Spenglermeister Kopp, ursprünglich ein Berner, aber in der Innerschweiz sesshaft geworden, gewann im Anschluss alle seine Gänge. Dies gegen Rico Kümin, Hans Studer, Jean Leuba und Peter Lengacher. In der Endausmarchung traf der 187 cm grosse Kopp erneut auf Peter Lengacher und besiegte ihn nach 13 Minuten mittels Kniestich ein zweites Mal.
Die Schlussgänge 1957 bis 1978:
Schlussgang 1957: Hans Münger bezwingt Karl Oberholzer.
Schlussgang 1962: Hans Bühler bezwingt Peter Jutzeler.
Schlussgang 1967: Karl Meli bezwingt Ady Zurfluh.
Schlussgang 1973: Karl Meli bezwingt Christian Eggler.
Schlussgang 1978: Hans Kopp bezwingt Peter Lengacher.
Kilchberger Serie im SCHLUSSGANG
In der Print-Ausgabe vom SCHLUSSGANG blickten wir seit Januar 2026 auf den Kilchberger Schwinget 2026 voraus, im Rahmen dieser Serie erschien auch dieser Bericht. Als Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt werden in den kommenden Tagen alle Historien-Berichte kostenlos Online aufgeschaltet.
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