Mi, 26. August 2026 - 17:33
Fritz Hagmann wurde 1927 erster Kilchberger Sieger
Der nur alle sechs Jahre stattfindende Kilchberger Schwinget hat eine spezielle Entstehungsgeschichte. Als erster Sieger liess sich Fritz Hagmann verewigen.

Ein Beitrag von
Elia Hendry

Links: Eine Illustration des achten Ganges zwischen Fritz Hagmann und Hans Roth. Rechts: Ein zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommenes Portärt von Fritz Hagmann.
Fotograf: Fotoarchiv Christian Mutzner / SCHLUSSGANG.
Die im ersten Teil beschriebenen Vorkommnisse um die Königstitelvergabe am ESAF Luzern 1926 fanden in Schwingerkreisen allgemein wenig Gefallen. Dr. Emil Huber aus Kilchberg ZH, ein grosser Gönner des Nationalsports, sowie Schwingerfreunde vom Schwingklub Zürich begannen darauf mit der Idee zu liebäugeln, einen eidgenössischen, ortsgebundenen Schwingeranlass ohne Titelrivalitäten, ohne Kränze und ohne Eintrittsgelder ins Leben zu rufen. Doch der Widerstand vieler Schwingerverbände und auch vom Vorstand des Eidgenössischen Schwingerverbandes war gross. Trotzdem kam am 14. September 1927 der erste Kilchberger Schwinget beim Sanatorium zur Durchführung.
Erste Austragung noch beim Sanatorium Kilchberg
Dr. Emil Huber persönlich war es, der nach dem ersten Anlass das Eis mit dem Schwingerverband brach, so dass sich die kritischen Stimmen rasch in Dankbarkeit verwandelten. An der Eidgenössischen Abgeordnetenversammlung 1933 in Arth wurde der Kilchberger Schwinget als traditioneller Anlass gutgeheissen mit der Bedingung, dass innerhalb des Verbandes kein ähnlicher Anlass mehr ins Leben gerufen werden dürfe. An dieser AV wurde Dr. Emil Huber zudem als Ehrenmitglied des Eidgenössischen Schwingerverbandes aufgenommen. Die erste Austragung fand noch auf dem Areal des Sanatoriums Kilchberg statt, bereits für den 2. Kilchberger Schwinget 1932 wurde auf das Areal des Gutsbetriebes «Uf Stocken» verschoben, dort, wo das Fest heute noch seinen Platz hat.
Neun Gänge für den Festsieger
Sportlich vermochte der «Revancheanlass» zum Eidgenössischen 1926 in Luzern vollauf zu überzeugen. «Schwingerisch hochwertige, kaum übertreffbare Arbeit boten die 42 auserlesenen Schwinger», steht in der Jubiläumsschrift 50 Jahre Zürcher Kantonaler Schwingerverband.
Bei der Premiere 1927 traten unter Dauerregen 42 Schwinger an. Es wurden noch wie an einem Eidgenössischen acht Gänge geschwungen, von den beiden Schlussgangteilnehmern gar deren neun. Und das alles an einem Tag.
Das Notenblatt vom späteren Festsieger Fritz Hagmann sah wie folgt aus: Im Anschwingen duellierte er sich zwei Mal mit Arnold Dubach. Das erste Duell gewann der Winterthurer, der zweite Gang endete gestellt. Im dritten und vierten Gang hiess der Gegner zwei Mal Ernst Kyburz, mit dem Hagmann den letzten Gang am ESAF 1926 bestritt. Das erste Duell brachte wie in Luzern einen Gestellten, im zweiten Duell bezog Hagmann seine einzige Niederlage.
In den Gängen fünf und sechs hiess der Gegner jeweils Arnold Baudenbacher. Erst stellten sie, dann siegte Hagmann. Im siebten Gang gelang es Hagmann, mit Hüfter Jakob Woodtli zu bezwingen. Im achten Gang gelang ihm das Meisterstück, den um 20 Kilo schwereren Berner Hünen Hans Roth mit innerem Haken zu bezwingen.
Schnelle Entscheidung im Schlussgang
Im Schlussgang traf Hagmann auf Fritz Jaberg. Sofort griff der Berner hoch zum Schlungg an. Doch der wie eine Katze vor dem Mauseloch lauernde Zürcher antwortete mit Kurz und drehte Lätz zum Sieg ab. So siegte am Revancheanlass des ESAF 1926 ausgerechnet einer der Protagonisten aus Luzern.
Kilchberger Serie im SCHLUSSGANG
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