Sa, 1. August 2026 - 08:25
Fabian Staudenmann: "Ein wenig hatte ich den Sieg schon abgeschrieben"
Der aktuelle Schwinger der Woche, Fabian Staudenmann, spricht im Interview über seinen Co-Sieg am Brünig-Schwinget und den Meilenstein alle sechs Bergkranzfeste mindestens einmal gewonnen zu haben.

Ein Beitrag von
Jakob Heer

Fabian Staudenmann (links) und Armon Orlik begegneten sich auf dem Brünig zwei Mal und teilten am Abend den Festsieg.
Fotograf: René Burch

Fabian Staudenmann, erstmaliger Brünig-Sieg! Lief es von Beginn an wie erhofft?
Fabian Staudenmann: Ich traf im Anschwingen auf einen Gegner (Lukas Bissig, Anm. d. Red.), dessen Schwingweise mir nicht unbedingt liegt. Ich war froh, das passende Rezept gefunden zu haben. Das gab mir natürlich ein gutes Gefühl für den weiteren Wettkampfverlauf.
Dieses Gefühl konnten Sie anschliessend optimal umsetzen.
Staudenmann: Ich konnte mich gut auf meine Gänge vorbereiten und meinen Plan umsetzen. Am Morgen lief es mit drei Siegen optimal. Der vierte Gang gegen Armon Orlik war sicherlich von Taktik geprägt. Der Schlussgang war streng. Es ist wohl derzeit eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt, Schwingerkönig Armon Orlik auf den Rücken zu kriegen. Seinen Stil, auf Konter zu lauern, verstand ich. Ich tat dies im Schlussgang des Berner Kantonalen nicht anders.
Was spielte sich nach dem Schlussgang ab? Sie benötigten ja unbedingt eine Neun. Ahnten Sie überhaupt, dass es doch noch zum Sieg reichen würde?
Staudenmann: Nach den zwölf intensiven Minuten sagte Armon zu mir: "Komm, wir gehen einmal zum Tisch und schauen, was sie uns schreiben." Ein wenig hatte ich den Sieg schon abgeschrieben. Dass es doch noch aufging ist speziell und löst in mir eine unglaubliche Freude aus.
Lastete vor dem Wettkampf Druck auf Ihnen, zu siegen, da Ihnen nur noch dieser Sieg bei einem Bergfest mit Kranzabgabe fehlte?
Staudenmann: Ich glaube, ich hätte in den Folgejahren noch die eine oder andere Möglichkeit bekommen, mir diesen Sieg zu holen. Darum wäre es verfehlt von Druck oder Last zu sprechen.
Also sind Sie ganz unbeschwert angetreten?
Staudenmann: Ich habe versucht, das Fest wie jedes andere Bergfest auch anzugehen. Aber natürlich wurde ich, je näher das Fest rückte, immer wieder auf die Ausgangslage angesprochen.
Mit dem Brünig-Triumph haben sie alle sechs Bergfeste gewonnen, dies als erst zweiter Schwinger nach Martin Grab.
Staudenmann: Ich sah Martin Grab am Freitag vor dem Weissenstein-Schwinget während eines Anlasses. Er wünschte mir viel Glück für den Brünig-Schwinget. Auch wenn ich den Sieg mit Armon Orlik, Matthieu Burger und Werner Schlegel teilen musste, schmälert das meine Freude in keiner Weise.
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